PROPAGANDA LEAFLETS OF THE SECOND WORLD WAR ....


FALLING FROM THE SKY

Some definitions and explanations from:

Die Waffe, die auf die Seele zielt - Psychologische Kriegführung 1939-1945

Ortwin Buchbender / Horst Schuh

Motorbuch Verlag Stuttgart 1983


Buchbender and Schuh write:

1. Grundbegriffe und Definitionen

Der Begriff der psychologischen Kriegführung ist am einfachsten und treffendsten von der Psychological Warfare Division des obersten alliierten Hauptquartiers in Westeuropa (PWD/SHAEF) definiert worden:

"Psychologische Kriegführung ist der Einsatz von Propaganda, um den Widerstandswillen des Feindes zu brechen, seine Streitkräfte zu demoralisieren und die Moral der Verbündeten zu stützen".

Der Stellenwert der Propaganda für die psychologische Kriegführung wird prägnant von Professor Paul Linebarger beschrieben:

"Die militärische Propaganda besteht aus der geplanten Verwendung irgendeiner Form von Mitteilung, die dazu bestimmt ist, den Geist und das Gemüt eines Feindes oder einer neutralen oder feindlich gesinnten ausländischen Gruppe für einen besonderen strategischen oder taktischen Zweck zu beeinflussen".

'U-boat war leaflet. Code G57-1942
Picture. U-boat war leaflet. Airdropped over Germany at
the end of1942.
Quoting Admiral Doenitz who had said that allied planes would
not be able to destroy U-boats. This leaflet shows the Germans
that he was wrong!
STRATEGISCHE UND TAKTISCHE PROPAGANDA

Die politischen Ziele bestimmen den Rahmen für die Strategie der psychologischen Kriegführung und geben die großen Richtlinien für die Propagandatätigkeit.

Strategische Propaganda verfolgt die langfristige Absicht, den Kampfwillen und die Kriegsanstrengungen der Feindnation zu schwächen. Strategische Flugblätter wenden sich an die Bevölkerung oder an die Streitkräfte des Gegners, um ihr Vertrauen in die Regierung, in ihre politischen und militärischen Führer zu untergraben, die Produktionskapazitäten der Volkswirtschaft zu verringern und um Interessenkonflikte und Reibungsverluste in der Gesellschaft zu erzeugen.

Die taktische Propaganda hat im Rahmen der politischen Ziele und strategischen Richtlinien der psychologischen Kriegführung zu wirken. Sie ist auf kurze Sicht, d.h. auf unmittelbare Erfolge hin angelegt und unterstützt Maßnahmen, die für eine aktuelle Lage getroffen werden und sich auf eine oder mehrere besondere, zumeist bekannte Zielgruppen richten.

Während eine strategische Flugblattpropaganda vorzugsweise das Flugzeug als Träger der Druckerzeugnisse benutzt, werden die taktischen Flugblätter in erster Linie mit besonders konstruierten Artillerie- und Mörsergeschossen verschossen, um rein örtliche Kampfhandlungen zu unterstützen: z.B. können kleinere abgeschnittene Truppenteile zur übergabe aufgefordert oder die Zivilbevölkerung in einem bedrohten Ort gewarnt werden. Klassische Beispiele für taktische Propaganda sind autorisierte "Passierscheine", die gegnerischen Soldaten, die sich ergeben, gute Behandlung und Verpflegung versprechen. Das Flugblatt bietet in gewissen Lagen oft die einzige Möglichkeit, der Kampftruppe des Gegners eine Mitteilung zu machen, sozusagen mit ihr "ins Gespräch" zu kommen. Darüber hinaus hat es den Vorteil, daß es die (nicht flüchtige) Aufzeichnung einer Mitteilung ist, auf die der Leser immer wieder zurückgreifen kann. Dasselbe Blatt kann mehrere Male und von vielen Personen gelesen werden.

Strategische und taktische Propaganda müssen, wenn sie wirksam sein sollen, an die Bezugssysteme der Zielgruppen, an ihre Einstellungen, Bedürfnisse und Befürchtungen anknüpfen.
Die Zahl der Deutschen, die sich im Zweiten Weltkrieg von der alliierten Propaganda angesprochen und zum Handeln veranlaßt sahen, dürfte gering gewesen sein. Dies gilt vor allem für die strategische Propaganda, die darauf abzielte, die Bevölkerung oder Bevölkerungsteile zum Widerstand gegen die NS-Füh-rung, also zum Umsturz, anzuleiten. Sicherlich werden Widerstandskämpfer Impulse von ihr empfangen und sich durch die zahlreichen Berichte und "Enthüllungen" über die Verbrechen des Nationalsozialismus in ihren Aktionen ermutigt und bestätigt gefühlt haben.

Beispiele für diese Tendenz sind zwei von der Royal Air Force über dem Reichsgebiet abgeworfene Flugblätter. Sie enthalten den Text einer Predigt des bekannten Bischofs von Münster Graf von Galen ("Der innere Feind") und das "Manifest der Münchner Studenten", das von dem Widerstandskreis "Weiße Rose" entworfen und am 18. Februar 1943 in derMünch-ner Universität verbreitet worden war. Wie stark sich jedoch auf den deutschen Widerstand die Propaganda der Alliierten tatsächlich auswirkte, läßt sich nicht mehr feststellen, da entsprechende Unterlagen fehlen.

Während die strategische Propaganda in einem kontinuierlichen Prozeß langfristig darum bemüht sein muß, ihren Zielgruppen neue Leitbilder für ihr politisches Verhalten zu vermitteln, versucht die taktische Propaganda, gegnerische Soldaten an der Front in einer zeitlich begrenzten Finflußnahme zum Einstellen des Widerstandes oder zum überlaufen zu veranlassen. Taktische Propaganda ist immer dann erfolgreich, wenn sie ihre Zielgruppe in auswegloser Lage ansprechen und ihr ein überzeugendes moralisches Alibi anbieten kann, sich aus der Bindung an ihre Führer oder Kameraden (Kampfgemeinschaft) selbst zu entlassen, wie folgende Argumentation verdeutlichen soll: "Wahre Loyalität setzt voraus, daß Du überlebst. Sie macht daher erforderlich, daß Du Deinen ehrenhaften, aber nutzlosen Widerstand aufgibst." Begriffe wie "überlaufen" oder "sich ergeben" mußten vermieden werden, da sie gegen die Wertauffassungen der Soldaten verstießen und eine ablehnende Haltung bei ihnen hervorriefen. Selbst der defaitistische Soldat legte nach seiner Gefangennahme Wert auf die Feststellung, daß er kein Deserteur war.

WEISSE, GRAUE UND SCHWARZE PROPAGANDA

'Axis leaflet against allied soldiers
Picture. Axis leaflet against allied soldiers telling them about
the fate awaitening them.
Kriegspropaganda läßt sich auch im Hinblick auf ihre Quelle klassifizieren.

Weiße Propaganda legt ihre Quelle(n) offen. Sie nennt ausdrücklich den Auftraggeber oder das mit ihrer Durchführung beauftragte Organ. Ein Flugblattbeispiel hierfür ist ein mit der Unterschrift eines Generals versehener Passierschein für feindliche Soldaten, denen für den Fall, daß sie sich ergeben, Sicherheit, ärztliche Versorgung, anständige Behandlung usw. offiziell garantiert wird.

Graue Propaganda verzeichnet in der Regel keinen Absender, ist also ihrer Herkunft nach ungewiß. FJn Flugblatt z. B. informiert die feindliche Truppe objektiv über ihre Lage. Der Zielperson erscheint dies möglicherweise als eine wohlwollende Geste. Der Propagandist versucht damit in Wirklichkeit jedoch, ihre Kampfmoral zu untergraben, indem ihr quasi autonom überlassen wird, daraus ihre eigenen, entmutigenden Schlußfolgerungen zu ziehen.

Schwarze Propaganda gibt vor, einer anderen Quelle als der tatsächlichen zu entspringen, versucht also im Hinblick auf ihre Herkunft den Adressaten irrezuführen. Ein gutes Beispiel hierfür ist ein Flugblatt, das -an den Gegner adressiert - den Anschein erweckt, es stamme aus seiner eigenen Quelle. Es kann verschiedene harmlos aussehende Meldungen enthalten, die aber so ausgewählt und plaziert sind, daß sie insgesamt zersetzend wirken.

Da die weiße Propaganda ihre Herkunft offiziell zugibt, muß sie der Gegner als offizielle Stimme - mit dem ganzen Gewicht und Prestige - der Nation ansehen, die diese Aktivität betreibt. Sie kann im gegnerischen Lager Probleme aufwerfen und Konflikte mobilisieren, indem sie Fragen anschneidet, die der Feind zu umgehen wünscht. Aufgrund ihres offiziellen Charakters ist weiße Propaganda ein Gegenmittel gegen feindliche Propaganda und in der Lage, falsche Behauptungen, Angaben und Erklärungen des Feindes wirksam zu bekämpfen.
Der Hauptnachteil der weißen Propaganda besteht darin, daß sie klar als "Stimme des Feindes" identifiziert wird und bereits dadurch diskreditiert sein kann. Sie muß schon von vornherein mit Zurückhaltung und Argwohn seitens der Zielgruppe rechnen und wird es schwer haben, Glaubwürdigkeit und Anhängerschaft zu gewinnen.

Graue und schwarze Propaganda können diese Mißtrauensschwelle unterlaufen. Da die Quelle und zumeist auch das Verteilersystem weißer Propaganda bekannt sind, kann ihr der Feind gezielt entgegenwirken. Die getarnte bzw. falsch vorgegebene Herkunft grauer bzw. schwarzer Propaganda verzögert ihre Identifizierung und erschwert die Be- kämpfung. Schwarze Propaganda fließt praktisch umgehemmt in das informelle Kommunikationssystem der Zielgruppe ein, verselbständigt sich und ist in ihrer Ausbreitung kaum noch zu kontrollieren. Während der weißen Propaganda als offizieller Verlautbarung einer Regierung oder Nation Grenzen in ihrer Thematik und "Verpackung" gesetzt sind, können graue und schwarze Propaganda völlig ungehindert wirken.


If you are unable to read some of these sources, you can copy and paste the texts in a free online translator. The resulting translations are sometimes not perfect, but will still give you a good understanding of what is written.

Example online translaters (opening in a new window) can be found at:

Sitemap / menu:

Propaganda definitions in literature
Back to main page


Top of page Back to main starting page:
Propaganda leaflets of the second World War

Sitemap
Mail to the pageowner!

Copyright 1996-2008, Hans Moonen, The Netherlands.
No part of these pages may be reproduced or transmitted in any form or by any means, electronic or mechanical, including photocopying, recording or by any information storage and retrieval system, without written permission from the writer/publisher.